Kohlenstoff-Nanoröhren jetzt auch mit Füllung
Dresden 2003-11-17
Das Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden
(IFW) forscht seit der Entdeckung der Kohlenstoff-Nanoröhren
erfolgreich an dieser neuen Kohlenstoffstruktur, deren Wände aus einer
oder mehreren Atomlagen besteht.
Jetzt ist es Wissenschaftlern des IFW auch gelungen, diese winzigen
Kohlenstoff-Röhrchen von nur ca. 10 Nanometern Durchmesser mit den
magnetischen Metallen Eisen, Kobalt und Nickel zu füllen und
kontrolliert auf strukturierten Siliziumscheiben aufwachsen zu lassen.
Die gefüllten Kohlenstoff-Nanoröhren sind somit gut als Minimagnete
oder magnetische Datenspeicher geeignet. Für die Funktionalität und
Zuverlässigkeit möglicher Bauelemente ist es dabei von großem Vorteil,
dass diese oxidationsfreudigen Metalle in dem Kohlenstoffmantel
dauerhaft und wirksam vor chemischen Einflüssen geschützt sind.
Hergestellt werden die gefüllten Nanoröhren im IFW mittels Chemischer
Gasabscheidung (CVD, Chemical Vapor Deposition), wobei die Füllung
bereits während der eigentlichen Abscheidung der Kohlenstoffnanoröhren
erfolgt. Die Stellen, an denen die Nanoröhren wachsen sollen, werden
durch das vorherige Aufbringen kleinster Eisenpartikel auf die
Siliziumscheiben bestimmt. Auf diese Weise können definierte Strukturen
hergestellt werden.
Das IFW Dresden ist ein von Bund und Ländern gemeinsam finanziertes Forschungsinstitut, in dem naturwissenschaftlich fundierte Materialforschung betrieben wird. Mit über 400 Mitarbeitern gehört es zu den größten Leibniz-Instituten.
Weitere Auskünfte:
Dr. Albrecht Leonhardt
a.leonhardt@ifw-dresden.de
Tel. (0351) 46 59 299